Die Hitliste der „guten Fettsäuren“ führen die Omega-3-Fettsäuren an. Dafür liefern Studien inzwischen überzeugende Argumente. Die generelle Verteufelung der Fette weicht daher langsam einer differenzierteren Sichtweise. Was schadet, sind vor allem gehärtete Fette und trans-Fettsäuren. Immer mehr Lebensmittel werden dagegen sogar mit Omega-3-Fettsäuren angereichert. Als besonders wirksam werden Fischöle propagiert. Leinöl dagegen wird nicht selten als unzureichende Quelle bezeichnet.

In der „Lyon Diet Heart Study“, veranlasst von der American Heart Association 2002, wird ein positives Statement zu den Omega-3-Fettsäuren, besonders zur ALA (Alpha-Linolensäure, pflanzliche Omega-3-Fettsäure), gegeben. Bereits 2001 wurde ein höherer Anteil an pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren in Form von Alpha-Linolensäure (ALA), wie sie im Leinöl mit bis zu 58% vorkommt, gefordert. Neuesten Forschungen zufolge werden Erkrankungen wie ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), Allergien, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Brustkrebs, Störungen des Cholesterinspiegels, Dickdarmkrebs, chronische und akute Entzündungen jeder Art, Krebs allgemein, Nierenerkrankungen, Osteoporose, Prostatakrebs und Wechseljahres-beschwerden durch den Verzehr von Leinöl günstig beeinflusst...
In der BRD wird immer noch der Rauchpunkt eines Fettes oder Öles als Kriterium für die Verwendung als Brat- oder Backfett herangezogen. Dies ist aus meiner Sicht überholt und sogar gesundheitlich bedenklich, weil bei der Erhitzung von Ölen aus den enthalten ungesättigten Fettsäuren die sogenannten trans-Fettsäuren entstehen können. Trans-Fettsäuren sind gegenüber der natürlichen cis-Form verbogen und können daher als Mutanten betrachtet werden.